Am 17.11.2022 hat die FDA die „Food Traceability Final Rule“ veröffentlicht (https://www.fda.gov/food/food-safety-modernization-act-fsma/fsma-final-rule-requirements-additional-traceability-records-certain-foods). Die Vorschrift tritt 60 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Federal Register [20. Januar 2023] in Kraft. Die Umsetzung muss bis zum 20.01.2026 erfolgen.

Im Wesentlichen geht es um die notwendigen Aufzeichnungen und Dokumente, die Unternehmen nachweisen müssen, wenn sie Lebensmittel aus der Liste der Rückverfolgbarkeit vermarkten. Es sind auch ausländische Unternehmen betroffen. In der Liste der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln (Food Traceability List – FTL) sind die Lebensmittel aufgeführt, für die zusätzliche Aufzeichnungen zur Rückverfolgbarkeit erforderlich sind. Die zusätzlichen Aufzeichnungspflichten gelten für die in der FTL aufgeführten Lebensmittel und für Lebensmittel, die aufgelistete Lebensmittel als Zutaten enthalten, vorausgesetzt, dass das aufgelistete Lebensmittel, das als Zutat verwendet wird, in der gleichen Form (z. B. frisch) bleibt, in der es in der Liste aufgeführt ist (siehe auch https://www.fda.gov/food/food-safety-modernization-act-fsma/food-traceability-list).

Die Food Traceability Rule verlangt von Personen, die in der Food Traceability List (FTL) aufgeführte Lebensmittel herstellen, verarbeiten, verpacken oder aufbewahren, dass sie Schlüsseldatenelemente (Key Data Elements = KDEs) für bestimmte kritische Rückverfolgungsereignisse (Critical Tracking Events – CTEs) in der Lebensmittel-Lieferkette führen und ihren Partnern in der Lieferkette zur Verfügung stellen. Dieser Rahmen bildet die Grundlage für eine effektive und effiziente Rückverfolgung und vermittelt klar die Informationen, die die FDA für eine solche Rückverfolgung benötigt. Der Begriff „Personen“ wird verwendet, um die Bandbreite an Unternehmen abzubilden.

Als CTE wird jedes Ereignis in der Lieferkette eines Lebensmittels gesehen, das die Ernte, die Kühlung (vor der Erstverpackung), die Erstverpackung eines rohen landwirtschaftlichen Rohstoffs, die erste Anlandung eines von einem Fischereifahrzeug stammenden Lebensmittels, den Versand, die Annahme oder die Verarbeitung von Lebensmitteln beinhaltet.

Die Informationen, die Unternehmen gemäß der Vorschrift aufbewahren und weiterleiten müssen, variieren je nach Art der Lieferkettenaktivitäten, die sie in Bezug auf ein FTL-Lebensmittel durchführen, von der Ernte oder Produktion des Lebensmittels über die Verarbeitung, den Vertrieb und den Empfang im Einzelhandel oder an einem anderen Ort der Dienstleistung. Im Mittelpunkt der vorgeschlagenen Anforderungen steht die Zuweisung, Aufzeichnung und Weitergabe von Rückverfolgbarkeits-Lotcodes (Traceability Lot Code = TLCs) für FTL-Lebensmittel sowie die Verknüpfung dieser TLCs mit anderen Informationen zur Identifizierung der Lebensmittel auf ihrem Weg durch die Lieferkette.

Von unseren FIS Europe Kunden haben wir zur Zeit nur die Käsereien identifiziert, die von den Regelun­gen bei einem USA Export betroffen sind, wenn sie die folgenden Produkte herstellen:

  • Käse (aus pasteurisierter Milch), frischer Weichkäse oder nicht gereifter Weichkäse: Einschließlich nicht gereifter/frischer Weichkäse. Beispiele sind unter anderem Hüttenkäse, Chevre, Frischkäse, Mascarpone, Ricotta, Queso blanco, Queso fresco, Queso de crema und Queso de puna. Dazu gehören nicht Käse, der gefroren, bei Raumtemperatur haltbar oder aseptisch verarbeitet und verpackt ist.
  • Käse (aus pasteurisierter Milch), weich gereift oder halbweich: Umfasst weichgereiften/ halb­festen Käse. Beispiele sind u. a. Brie, Camembert, Feta, Mozzarella, Taleggio, Blauschimmelkäse, Fontina, Monterey Jack und Muenster. Nicht dazu gehören Käse, der gefroren, bei Raumtemperatur haltbar oder aseptisch verarbeitet und verpackt ist.
  • Käse (aus nicht pasteurisierter Milch), außer Hartkäse: Umfasst alle Käsesorten, die aus nicht pasteurisierter Milch hergestellt werden, ausgenommen Hartkäse. Umfasst nicht Käse, der gefroren, bei Raumtemperatur haltbar oder aseptisch verarbeitet und verpackt ist.

 

Erforderlich für alle von der Vorschrift betroffenen Personen (d.h. Unternehmen) ist ein schriftlicher Rückverfolgbarkeitsplan. Hierzu werden im Einzelnen gebraucht:

  • Beschreibung der Verfahren, die Sie zur Aufbewahrung der erforderlichen Aufzeichnungen verwenden, einschließlich des Formats und Ort der Aufzeichnungen (z.B. VA Dokumenten­lenkung)
  • Beschreibung der Verfahren, die Sie zur Identifizierung der von Ihnen hergestellten, verarbei­teten, verpackten oder aufbewahrten Lebensmittel im FTL anwenden, verpacken oder aufbewahren (z.B. AA Kennzeichnung/Rückverfolgbarkeit);
  • Beschreibung der Art und Weise, wie Sie den Lebensmitteln in der FTL Chargencodes zur Rückverfolgbarkeit zuweisen, falls zutreffend (z.B. AA Kennzeichnung/Rückverfolgbarkeit)
  • Angabe eines Ansprechpartners für Fragen zu Ihrem Rückverfolgbarkeitsplan und Ihren Aufzeichnungen (z.B. Krisensprecher)
  • Sie müssen Ihren Rückverfolgbarkeitsplan bei Bedarf aktualisieren, um sicherzustellen, dass die Informationen Ihre aktuellen Praktiken widerspiegeln und sicherstellen, dass Sie die Vorschriften einhalten (z.B. Nachweis über interne Audits)
  • Sie müssen Ihren früheren Rückverfolgbarkeitsplan nach der Aktualisierung 2 Jahre lang aufbewahren (z.B. über Archivierungsvorschriften)

 

Warten Sie nicht zu lange mit der Umsetzung. Unsere Empfehlung für die weiteren Schritte:

  • Überprüfen Sie Ihre Zutaten, Verfahren und Endprodukte, ob diese auf der FTL stehen.
  • Beginnen Sie Gespräche mit Ihren Lieferanten, Brokern, Importeuren, diskutieren Sie mögliche Lösungen für alle erforderlichen Daten
  • Halten Sie Ausschau nach der Anleitung der FDA für die Anwendung, Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung. Die FDA ermutigt die Interessengruppen, sich mit Fragen zu melden.
  • Beginnen Sie mit der Erstellung Ihres Rückverfolgbarkeitsplans und schriftlichen Vereinbarungen
  • Holen Sie sich Hilfe und Anleitung! Wir stehen Ihnen zur Seite!

Die IFS Management GmbH hat in der KW 04/2023 den Vergleich zwischen IFS HPC Version 2 und Version 3 veröffentlicht. Wir hatten bereits vorher die neue Version durchgesehen und haben diese Hauptänderungen identifiziert:

  • Information der Zertifizierungsstelle aufgenommen (1.2.5)
  • Vorhergesehener Gebrauch des Produktes in der Produktbeschreibung identifizieren (2.2.3.1)
  • Demonstration der CCPs genauer (2.2.3.9 bis 2.2.3.11)
  • Definition der Schlüsselpositionen (3.1.2)
  • Ergänzte Schulungsthemen (3.5.4)
  • Kundenerwartungen als dokumentierten Prozess (4.1.1 bis 4.1.3)
  • Schlüsselparameter für das Verpackungsmaterials definieren (4.2.1.5)
  • Änderungsprozess für Etiketten aufgenommen (4.3.1.7)
  • Anforderungen an den Einkaufsprozess neu formuliert (4.4.1 bis 4.4.9)
  • Fluss von Zwischenprodukten und Rework in den Standortplan aufgenommen (4.6.1)
  • Viele Ergänzungen an Wände, Fussböden, Fenster, Türe, Abflüsse und Beleuchtung (4.7.2 bis 4.7.8)
  • Anforderungen an Transport umformuliert (4.13.1 bis 4.13.5)
  • Allergenmanagement aufgenommen (4.17.1 bis 4.17.3)
  • Anforderungen an Produktdefense in Kap. 4 verschoben (4.18.1 bis 4.18.2)

Obwohl noch etwas Zeit für die Umsetzung bis zum 01.07.2023 gegeben ist, starten Sie jetzt durch. Wir unterstützen Sie gerne.

What we eat is sociocultural and part of our identity.

But what someone says they eat is not always the same as
what they actually eat. GfK research shows that 40% of vegetarians regularly

eat meat and over 50% of vegans eatdairy and eggs.

Many vegetarians and vegans do eat animal products

Quelle: https://www.researchgate.net/publication/366229774

2022-05-Ernährung und Despression-Frontiers

Quelle: https://www.frontiersin.org/

Am 7.11.2022 wurde die neue IFS 7 Guideline für die Schädlingsbekämpfung veröffentlicht.

Der neue Leitfaden dient zur Unterstützung für IFS-zertifizierte Betriebe, um Anforderungen der IFS-Audits besser zu verstehen und über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Schädlingsbekämpfung informiert zu sein.

IFS_Pest_Control_Guideline_2022

Quelle: https://www.biotec-klute.de/wissenswertes/IFS-7-Guideline-Pest-Control.php

 

 

 

 

 

 

 

Am 04.11.2022 wurde der Bericht der lebensmittelbedingten Erkrankungen für 2020 in den USA veröffentlicht. Bemerkenswert ist, dass keine Daten für Campylobacter erscheinen, da der Erkrankungsweg anders verläuft als die vergleichbaren Pathogene. Daher wird Campylobacter zu künftig separat betrachtet und veröffentlicht.

Quelle: https://www.cdc.gov/foodsafety/ifsac/pdf/P19-2020-report-TriAgency-508.pdf

Das BfR und das BBK haben ein gemeinsames Handbuch zur praxisnahen Risikokommunikation im November 2022 veröffentlicht. Die Inhalte können auf verschiedene Bereiche übertragen werden. Wir stellen  Ihnen hiermit das Handbuch und die Checklisten zur Verfügung. Auch wenn das Ziel des Handbuches im zivilen Katastrophenschutz liegt, können wertvolle Hinweise für die Krisenkommunikation auch für Lebensmittelunternehmen abgeleitet werden.

Nutzen Sie die Anregungen und treten Sie mit uns in einen Dialog. Gemeinsam werden wir besser.

 

Anlagen

BBK-BfR-Checklisten-Risikokommunikation-2022

BBK-BfR-Handbuch-Risikokommunikation-2022

 

Dr. Sylvia Pfaff (Geschäftsleitung FIS Europe)

Im Auftrag unseres Kooperationspartners, dem DAAB, möchten wir Sie gerne auf folgende Online-Umfrage aufmerksam machen.

(Teilnahme bis Ende November 2022)

Forschungsprojekt ErdHase

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) führt im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes ErdHase eine anonymisierte Online-Befragung von Lebensmittelherstellern durch.

Das Projekt ErdHase widmet sich der Identifizierung des allergenen Potenzials von Erdnüssen und Haselnüssen in Lebensmittelverarbeitungsketten in Bezug auf die Allergenität von Patienten. Es wird untersucht, ob unterschiedliche Verarbeitungs-/ Röstverfahren einen Einfluss auf die Allergenität von Erdnuss und Haselnuss haben. Die Allergenität entsprechend verarbeiteter Lebensmittel wird sowohl im Labor als auch an Patienten (Kindern und Erwachsenen) per Sensibilisierungsnachweis und Provokationstestung überprüft. Zudem werden im Projekt bessere Verfahren sowohl zur Allergendiagnostik für Patienten, als auch zum Allergennachweis in Lebensmitteln entwickelt. Partner in diesem Projekt sind R-Biopharm (Koordinator), die Charité (Pädiatrie und Dermatologie), die Hochschulen Geisenheim und Fresenius, das Unternehmen Yumab sowie der DAAB. Neben einer Befragung von Patienten/ Verbrauchern zum Alltagsmanagement der Erdnuss- und Haselnussallergie, sollen auch Lebensmittelhersteller zu Wort kommen. Es geht sowohl darum, ob und in welcher Form Haselnüsse und Erdnüsse in der Lebensmittelverarbeitung verwendet werden, als auch wie grundsätzlich (nicht nur auf Erdnuss- und Haselnuss bezogen), das Management, die Bewertung und Kennzeichnung unbeabsichtigter Allergeneinträge erfolgt und welche Wünsche und Vorstellungen Lebensmittelhersteller diesbezüglich haben.

Ziel ist Herstellungs-, Verarbeitungsprozesse von Erdnuss und Haselnuss sowie Management und Bewertung unbeabsichtigter Allergeneinträge generell (nicht nur von Erd- und Haselnuss) besser zu verstehen und mögliche Optimierungsansätze zu entwickeln.

Die Befragung

  • wird als online-Fragebogen durchgeführt
  • besteht überwiegend aus Multiple Choice Fragen, bei einigen Fragen können Kommentare als Freitext eingegeben werden
  • dauert ca. 15 Minuten
  • ist anonymisiert, d.h. es kann Rückschluss auf Sie bzw. Ihren Betrieb erfolgen.

Wer kann mitmachen?

  • deutsch-sprachige Lebensmittelhersteller (auch wenn keine Erd- und/oder Haselnüsse im eigenen Unternehmen verarbeitet werden)

Über den folgenden Link gelangen Sie zur Befragung.

https://www.surveymonkey.de/r/DAAB-Umfrage-Lebensmittelhersteller

(sollten Sie nicht automatisch zur Befragung kommen, kopieren Sie den Link bitte und fügen ihn direkt in Ihr Browserfenster ein)

Oder über den QR Code

 

Kontakt: Sabine Schnadt, Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), schnadt@daab.de

 

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Am 16.09.2022 wurde von der EU Kommission in verschiedenen Sprachen dieser Leitfaden veröffentlicht:

HACCP-Leitfaden-2022-09-16

BEKANNTMACHUNG DER KOMMISSION

zur Umsetzung von Managementsystemen für Lebensmittelsicherheit unter Berücksichtigung von guter Hygienepraxis und auf die HACCP-Grundsätze gestützten Verfahren einschließlich Vereinfachung und Flexibilisierung bei der Umsetzung in bestimmten Lebensmittelunternehmen.

 

 

Neue Entwicklungen benötigen neue Lösungen. Für die Standards IFS Food und IFS Logistic müssen ab dem 01.01.2021 alle drei Jahre unangekündigte Audits durchgeführt werden. Für die BRC Standards besteht diese Pflicht seit dem 01.02.2021. Ausgenommen war der BRCGS Storage & Distribution, hier wurde die Anforderung erst mit der Version 4 ab dem 01.05.2021 verpflichtend.

 

FIS Europe bietet ab diesem Jahr ebenfalls das unangekündigte interne Audit an, sozusagen als Generalprobe!

 

Bereiten Sie sich zielgerichtet auf die neue Herausforderung vor. Lassen Sie uns die Planung machen. Sie werden sehen, dies ist eine hervorragende Übung im Hinblick auf ein bevorstehendes unangekündigtes Zertifizierungsaudit.

Interesse geweckt?

Kontaktieren Sie uns gerne über unser Kontaktformular oder direkt im Büro unter 05922-904003 (Mo. – Fr. von 08:00 – 13:00Uhr)

Alle Einzelheiten, wie z.B. die Konditionen oder den Ablauf klären wir gerne im persönlichen Gespräch.